{"id":5856,"date":"2022-09-29T07:02:00","date_gmt":"2022-09-29T07:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.duesseldorf-tourismus.de\/storys\/?p=5856"},"modified":"2024-07-29T14:49:20","modified_gmt":"2024-07-29T12:49:20","slug":"sechs-highlights-in-der-wonderwalls-ausstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stories.duesseldorf-tourismus.de\/storys\/2022\/09\/29\/sechs-highlights-in-der-wonderwalls-ausstellung\/","title":{"rendered":"Sechs Urban-Art-Akteur*innen, die die Ausstellung &#8222;Wonderwalls&#8220; zu einem Muss machen"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-tmweb-content-container\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Sechs Urban-Art-Akteur*innen, die die Ausstellung &#8222;Wonderwalls&#8220; zu einem Muss machen<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Von Banksy bis JR<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Ausstellungsherbst geht direkt in die Vollen und legt los mit einer Premiere. Erstmals steht im NRW-Forum Urban Art im Mittelpunkt einer Schau. \u201eWonderwalls. Art &amp; Toys\u201c versammelt die ganz Gro\u00dfen der Szene, und das wirklich Verr\u00fcckte ist: S\u00e4mtliche der \u00fcber 2000 gezeigten Arbeiten stammen aus der Sammlung eines Mannes, Selim Varol. Seit \u00fcber 30 Jahren tr\u00e4gt der D\u00fcsseldorfer Unternehmer und Gastronom Urban Art und Designer Toys zusammen und besitzt heute mehr als 10.000 Werke \u2013 rekordverd\u00e4chtig in Europa! Dass ihr in \u201eWonderwalls\u201c allem voran Street Art vom Feinsten zu sehen bekommt, signalisiert schon der Ausstellungstitel, und nat\u00fcrlich macht dieser Fokus Sinn. Schlie\u00dflich hat diese Gegenkultur und der subversive Eingriff ihrer ProtagonistInnen in den \u00f6ffentlichen Raum vielen anderen Spielarten der Urban Art erst die T\u00fcr ge\u00f6ffnet, ob es nun das Cover-Artwork oder die popkulturell inspirierte Skulptur ist. Ihr m\u00f6gt Stencils, Pastings oder Vinyl Toys, m\u00f6chtet euch auf Zeitreise in die fr\u00fche Hip-Hop-\u00c4ra begeben oder kommt selbst aus der Skateboard- und Graffiti-Szene? An diesen sechs Urban-Art-AkteurInnen f\u00fchrt in \u201eWonderwalls\u201c (k)ein Weg vorbei.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung l\u00e4uft vom 30. September 2022 bis 5. Februar 2023.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Banksy<\/strong>&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Pseudonym, hinter dem sich ein kritischer Geist und jede Menge dunkler Humor verbirgt: Banksy ist der wohl bekannteste Unbekannte der Urban-Art-Szene \u2013 vielleicht sogar des gesamten zeitgen\u00f6ssischen Kunstkosmos. Er geh\u00f6rt zu den PionierInnen der Street Art, die mit ihren illegalen Aktionen oft hohe Risiken eingingen und deshalb bevorzugt anonym blieben. Heute sind Banksys Stencils, seine Schablonen-Graffiti, l\u00e4ngst Teil des Kunstkanons, aber auch der Popkultur, werden weltweit bejubelt, wenn sie pl\u00f6tzlich irgendwo im \u00f6ffentlichen Raum wie aus dem Nichts auftauchen. Auf Auktionen erzielt ein Banksy schon mal Millionen, und doch hat der K\u00fcnstler dahinter nichts an Glaubw\u00fcrdigkeit eingeb\u00fc\u00dft. Aus seiner Konsumkritik und politischen Haltung macht er eben keinen Hehl, und fraglos ist der Mann auch immer f\u00fcr eine \u00dcberraschung gut. Man denke nur an \u201eGirl with Balloon\u201c, das sich, gerade erst bei Sotheby\u2019s f\u00fcr \u00fcber eine Million Euro versteigert, per im Rahmen verstecktem Schredder selbst zerst\u00f6rte. G\u00e4nzlich unzerst\u00f6rt und im NRW-Forum unter anderem zu sehen: Banksys \u201eTrolley Hunters\u201c, eine archaische Jagdszene rund um drei Einkaufswagen.&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>[tmembed id=7964]<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>JR&nbsp;<\/strong>&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch er ist ein Star der Szene, und tats\u00e4chlich ist es in diesem Jahr nicht das erste Mal, dass der franz\u00f6sische Fotograf und Street Artist JR mit seiner Kunst den Ehrenhof beehrt. Im April entrollten mehr als 100 D\u00fcsseldorferInnen hier gemeinsam ein riesiges Portr\u00e4t der f\u00fcnfj\u00e4hrigen, nach Polen gefl\u00fcchteten Valeriia, die, ganz F\u00fcnfj\u00e4hrige, vergn\u00fcgt vor sich hinh\u00fcpft \u2013 eine Solidarit\u00e4tsbekundung mit der Ukraine, hinter der JR steckt. Und diese Aktion weist die Richtung: Mit seinen gro\u00dfformatigen Pastings gibt JR den Menschen eine Stimme. Meist handelt es sich um Nahaufnahmen von Gesichtern, die, oft \u00fcberlebensgro\u00df, ganze (Stadt-)Landschaften pr\u00e4gen. Fotografie und Urban Art vermischen sich auf spektakul\u00e4re Weise. \u201ePortrait d\u2019une g\u00e9n\u00e9ration\u201c, so der Titel einer Serie, der ihr euch im Rahmen von \u201eWonderwalls\u201c buchst\u00e4blich ann\u00e4hern k\u00f6nnt. Hier besch\u00e4ftigt sich JR mit der Jugendkriminalit\u00e4t in den Banlieues \u2013 einem Milieu, in dem er selbst aufgewachsen ist. Und auch ihr konntet Teil seiner Kunst werden, genauer des globalen Projekts \u201eInside Out\u201c: Am 29.09., 16\u201319 Uhr, 30.09., 14\u201320 Uhr, und 1.10., 12\u201318 Uhr, stand JRs Foto-Truck vor dem NRW-Forum, dort konntet ihr euch ablichten lassen. Die Fotos wurden dann rund um das NRW-Forum gepastet \u2013 und ihr reiht euch ein in die \u00fcber 400.000 Menschen aus 138 L\u00e4ndern, die seit dem Start 2011 f\u00fcr \u201eInside Out\u201c portr\u00e4tiert wurden.&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>[tmembed id=7965]<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Martha Cooper&nbsp;<\/strong>&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Ihr interessiert euch f\u00fcr den Ursprung des Hip-Hop? Dann kommt ihr an Martha Cooper nicht vorbei. New York, 1980. In den Stra\u00dfen der Bronx bahnt sich eine neue Subkultur den Weg: B-Boying \u2013 und etwas sp\u00e4ter auch B-Girling. Martha Cooper gilt als die Erste, die dieses auch als \u201eBreakdance\u201c bekannte Ph\u00e4nomen mit ihrer Kamera einf\u00e4ngt. Und auch die mit der Hip-Hop-Kultur untrennbar verbundene Graffiti-Kunst nimmt die US-amerikanische Fotojournalistin ernst. Das Buch \u201eSubway Art\u201c, das sie 1984 gemeinsam mit dem Fotografen Henry Chalfant ver\u00f6ffentlicht, wird zum Meilenstein der Writing-Dokumentation und zum Graffiti-Standardwerk. Generationen von Sprayern haben daran ihren Stil geschult. Warum? Es liegt wohl an der authentischen Ann\u00e4herung und gleichzeitigen Wertsch\u00e4tzung, mit der Martha Cooper den zu Beginn noch weithin kriminalisierten und als Schmiererei \u00fcber einen Kamm geschorenen Graffitis begegnet. Mit ihren Fotos transportiert sie Hip-Hop als ein Lebensgef\u00fchl, das sich \u00fcber die Jahrzehnte von der Gegenkultur zur gr\u00f6\u00dften popkulturell gepr\u00e4gten Kunstbewegung der Welt entwickelt hat.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>[tmembed id=7967]<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Os G\u00eameos&nbsp;<\/strong>&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Sie nennen sich nicht nur so, sondern sind es auch: Die Zwillinge \u2013 auf Portugiesisch \u201eOs G\u00eameos\u201c \u2013 Ot\u00e1vio und Gustavo Pandolfo stammen aus S\u00e3o Paulo, und dort gestalteten sie 1987 auch ihre ersten Graffiti. Allerdings: Sie sprayten nicht, f\u00fcr die Dosen fehlte das Geld. Pinsel, Tapetenroller und erschwingliche Fassadenfarben wurden ihr Werkzeug \u2013 und sind es bis heute. All das wisst ihr l\u00e4ngst? Dann kennt ihr vermutlich das farbm\u00e4chtige Wandbild der Os G\u00eameos auf der Oberbilker Allee. 2018 hat das Duo hier, auf der gut 200 Quadratmeter gro\u00dfen Seitenfassade der AWO-Jugendberatung, eines seiner surrealistisch anmutenden Murale hinterlassen \u2013 eine detailreiche Szene, in deren Zentrum ein Mann mit \u00fcbergro\u00dfem gelbstichigen Gesicht und d\u00fcnnen Gliedma\u00dfen steht, beides typisch f\u00fcr Os G\u00eameos. L\u00e4ngst geh\u00f6ren die Zwillinge zu den bekanntesten Wandmal-K\u00fcnstlern weltweit. Mit ihrer Bildsprache, die Einfl\u00fcsse aus dem Hip-Hop mit brasilianischer Volkskunst verschmilzt, haben sie zu ihrem ureigenen Ausdruck gefunden. Mythologie trifft auf Gegenwartskritik, Aktivismus auf Poesie \u2013 absolut sehenswert.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>[tmembed id=7969]<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Shepard Fairey&nbsp;<\/strong>&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Jede Wette, dass euch auch Shepard Fairey bekannt ist? Selbst wenn euch der Name auf Anhieb nichts sagen sollte: Sein Werk \u201eHOPE\u201c ist weltweit rezipiert worden und hat sich wohl f\u00fcr ewig ins kollektive Ged\u00e4chtnis gebrannt, handelt es sich dabei doch um das ber\u00fchmte Wahlkampfplakat, das Shepard Fairey 2008 f\u00fcr den ehemaligen US-Pr\u00e4sidenten Barack Obama entworfen hat. Und vermutlich kennt ihr auch OBEY, die legend\u00e4re Streetwear-Marke, die der Street-Art-K\u00fcnstler, Grafiker und Illustrator 2001 aus der Taufe gehoben hat. Ob aufgrund der hintersinnigen Slogans, die sich selbst als Propaganda entlarven, oder angesichts der vielf\u00e4ltigen Kooperationen mit Ikonen der Skate- und Pop-Kultur: OBEY ist Kult \u2013 Kult von Kultur, versteht sich, denn auch mit seiner Modemarke surft Shepard Fairey in dem anspruchsvollen Grenzgebiet zwischen (bewusstem) Konsum und Konsumverweigerung, zwischen Kunst und Pop. Dass er, der mit Illustrationen auf Skateboards begann, sich zudem als Guerilla-Marketer einen Namen gemacht hat, verwundert nicht. Das passt zu dem Anspruch, den zunehmend durch Werbung okkupierten \u00f6ffentlichen Raum zur\u00fcckzuerobern und ihn neu und gesellschaftskritisch zu bespielen. Mit mehr als 250 Editionen pr\u00e4sentiert \u201eWonderwalls\u201c eine gro\u00dfe Auswahl an Prints des US-amerikanischen K\u00fcnstlers.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>[tmembed id=7970]<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Stefan Marx<\/strong>&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Zwei Kontinente, eine kreative Keimzelle: Wie bei Shepard Fairey geh\u00f6rten auch beim Wahlberliner Stefan Marx Skateboards zu den ersten Oberfl\u00e4chen, die er sich als Gestalter vornahm, und auch Entw\u00fcrfe f\u00fcr ein Modelabel kamen sp\u00e4ter hinzu, au\u00dferdem Plattencover. So f\u00fcr das Hamburger Label Smallville Records. Dort steuert Marx f\u00fcr die Vinyl-Releases bis heute immer wieder Artworks bei. Der K\u00fcnstler hat einen ganz besonderen Sinn f\u00fcr Humor, seine Zeichnungen und Malereien verspr\u00fchen eine feine Ironie. Marx zelebriert das DIY und das Unperfekte. Das gilt auch und besonders dann, wenn er Zitate aus Songs oder Alltagsgespr\u00e4chen verschriftlich und sich grafisch mit ihnen auseinandersetzt. Spannend der (vermeintliche) Kontrast zwischen der oft minimalistischen \u00c4sthetik seiner Arbeiten und den Gegenst\u00e4nden, die sie teilweise zieren, wie beispielsweise eine Serie der K\u00f6niglichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) oder Luxusteppiche von Jan Kath. Offenbar m\u00f6chte sich der Mann nicht festlegen. Verpflichtet scheint er nur sich selbst. \u201eI woke up on a sofa a few weeks later\u201c, diese Worte schrieb Stefan Marx vor zwei Jahren auf eine Wand im Foyer der Kunsthalle D\u00fcsseldorf. Worauf er damit wohl anspielt?&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n<p>[tmembed id=7971]<\/p>\n\n\n\n<p>Titelbild: Foto: TOYGIANTS &#8211; \u201eKaws Family\u201c, 2006, Courtesy Collection Selim Varol<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":8,"featured_media":5857,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-5856","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kunst-kultur"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v24.3 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Sechs Urban-Art-Akteur*innen, die die Ausstellung &quot;Wonderwalls&quot; zu einem Muss machen - D\u00fcsseldorf Storys<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"\u201eWonderwalls. 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